Kubus. Sparda-Kunstpreis 20132019-03-20T16:45:08+00:00

Kubus. Sparda-Kunstpreis 2013


Thomas Locher – Kathrin Mayer – Alexander Roob

Mit der Idee, zeitgenössische Kunst in Baden-Württemberg zu fördern, wurde 2013 von der Sparda-Bank Baden-Württemberg und dem Kunstmuseum Stuttgart der »Kubus. Sparda-Kunstpreis« ins Leben gerufen. Für den ersten »Kubus. Sparda-Kunstpreis« waren Thomas Locher, Katrin Mayer und Alexander Roob nominiert. Preisträger wurde der langjährige Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, der Chronist und Zeichner Alexander Roob.


Thomas Locher

Im Zentrum der Arbeiten von Thomas Locher (*1956 in Munderkingen) stehen von Menschen entwickelte Kommunikationssysteme. In seinen Text-Bild-Kompositionen, raumgreifenden Wandarbeiten und Installationen veranschaulicht er die Funktionsweisen und Gesetzmäßigkeiten von Sprache, ihre Möglichkeiten und Grenzen. Er analysiert, wie soziale Verhältnisse durch Sprache ausgedrückt werden, und geht der Frage nach, welchen Einfluss dies auf das Verhältnis vom Subjekt zu seiner Umwelt hat. So werden insbesondere das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in Lochers Arbeit zu sprachlichen Verweisfeldern, in denen er die Formulierungen von Verordnungen mit Markierungen, Ergänzungen und Kommentaren versieht. Seine ›Marx-Tafeln‹ (2007–2009), die ausgewählte Sätze aus »Das Kapital« von Karl Marx zitieren, behandeln sprachlich verfasste Machtdispositive.

Thomas Locher, Ontologische Modelle, 1992, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Thomas Locher, Ontologische Modelle, 1992, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Thomas Locher, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Stuttgart, 2013, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Thomas Locher, Grundgesetz für die Bundesrepublik..., 2001/02, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Thomas Locher, CONVENTION RELATING TO THE STATUS OF REFUGEES Article 33 (Detail), 2002/03, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Katrin Mayer

In der eigens für die Ausstellung entwickelten raumgreifenden Arbeit »memoiré et doublier« (2013) bezieht sich Katrin Mayer (*1974 in Oberstdorf) auf die Umgestaltung des kleinen Schlossplatzes durch den Künstler Otto Herbert Hajek im Jahr 1969 – lange bevor das Kunstmuseum an eben dieser Stelle gebaut wurde. Damals inszenierte Hajek ein multimediales Happening und bemalte den Platz mit sogenannten »Farbwegen«, farbigen Streifen- und Rautenmustern. 

Dieses Happening sollte den Auftakt zur Belebung des Platzes bilden und folgte Hajeks Idee, den Bürger_innen den öffentlichen Raum zurückzugeben und neue Kommunikationsorte zu schaffen. Dieses Muster nun übersetzt Mayer in eine schwarz-weiße Teppichlandschaft, die sich im Raum ausbreitet und begehbar ist. Indem sie Elemente dieses Musters isoliert und in einen neuen Kontext setzt, spürt Mayer den Zielen und Hoffnungen nach, die sich in den späten 1960er-Jahren mit Kunst im öffentlichen Raum verbanden.

Katrin Mayer, memoiré et doublier, 2013, © Katrin Mayer
Katrin Mayer, memoiré et doublier, 2013, © Katrin Mayer

Alexander Roob

Die Installation von Alexander Roob (*1956 in Laumersheim) führte unterschiedliche Schwerpunkte seines Schaffens zusammen. Als Leiter des »Melton Prior Institute for reportage drawing & printing culture«, das er 2005 gemeinsam mit Clemens Krümmel gründete, ist Roob nicht nur als Künstler, sondern auch als Wissenschaftler und Kurator tätig. Im Kunstmuseum Stuttgart untersuchte Roob am Beispiel der Entwicklung der Reportagezeichnung im England des frühen 19. Jahrhunderts, welche Rolle Künstler_innen bei der »Demokratisierung gesellschaftlicher Systeme« spielen können. In seiner Installation »porter/re-porter« führt Roob die politisch-interventionistischen Werke des Schriftstellers, Holzstechers und Reformers William James Linton (1812–1897) mit investigativen Grafiken des Kupferstechers und Gegenwartsarchäologen John Thomas Smith (1766–1833) zusammen. Komplettiert wurde die Ausstellung mit Zeichnungen, in denen er die Arbeit der Reporter der Londoner Tageszeitung The Guardian dokumentierte.

Alexander Roob, Porter / Re-Porter, 2013, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Alexander Roob, Porter / Re-Porter (Detail in Vitrine), 2013, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Alexander Roob, Anti-Porter, 2013, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Alexander Roob, Installationsansicht Kunstmuseum Stuttgart, 2013, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Armin Linke gewinnt »Kubus. Sparda-Kunstpreis« 2019

»Ich freue mich zusammen mit Estelle Blaschke sehr über die Auszeichnung«, so Armin Linke, »und widme diese meinen Mitaspiranten Sinje Dillenkofer, Peter Granser und Annette Kelm. Wir sind bereits im Vorfeld der Juryentscheidung übereingekommen, dass wir den Preis teilen werden – als Ausdruck künstlerischer und kollegialer Wertschätzung.«