Camill Leberer2022-09-29T13:23:27+00:00
Portrait Sinje Dillenkofer - Kubus. Sparda Kunstpreis 2019

Camill Leberer

*1953 in Kenzingen im Breisgau

lebt in Stuttgart

2017 Artist in Residence, Beijing
2011 Artist in Residence, Sanskriti Foundation, Neu-Dehli
2004 Afrika
1991-1992 Gastprofessur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
1990 Dozent an der Fachhochschule Trier
1987-1988 Dozent für Bildhauerei an der Fachhochschule für Gestaltung Pforzheim
1978-1984 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
2008 Peter-Hans-Hofschneider-Preis der Kunststiftung Baden-Württemberg
1991 Förderpreis der Stadt Stuttgart
1988 Stipendium der Villa Massimo, Rom
1985 Preisträger des Forum Junger Kunst
1984 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
1979 Akademiepreis
2022 Lichtfaden, Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart
2021 Glashaut, Galerie der Stadt Tuttlingen
2019 Flow, Galerie Bernd A. Lausberg, Düsseldorf (mit Wolfgang Flad)
Tauchbad, Kunsthalle Göppingen C1, Göppingen
2018 Indigoraum, Galerie Peter Zimmermann, Mannheim
Selbst und Teile, Kunstverein Pforzheim
Augen-schritt, Galerie Albert Baumgarten, Freiburg
2017 Glanzstücke, Audi-Museum mobile, Ingolstadt
Selbst und Teile, Kunstverein Pforzheim
Museum Art.Plus, Donaueschingen
2016 Ponderosa Highway, Galerie am Klostersee, Lehnin
2015 Cutting Guide, Galerie Bernd A. Lausberg, Düsseldorf
2014 Pneuma / Kristall, Galerie Peter Zimmermann, Mannheim
Camill Leberer – hinter dem lichtfeld ein dunkleres blau, Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart
Perlenlied, DavisKlemmGallery, München
2013 Anandagram, Galerie der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Esslingen
InsaGalery, Seoul
2012 Sarnarth, Galerie Bernd A. Lausberg, Düsseldorf
Sarnarth, Lausberg Contemporary, Toronto
Galerie von Braunbehrens, München
2011 Galerie Peter Zimmermann, Mannheim
DavisKlemmGallery, München
Neue Arbeiten, Galerie Erhard Witzel, Wiesbaden
2010 Galerie von Braunbehrens, München
Camill Leberer. Metaphysik des aufgeklärten Materials: Zeichnungen Skulpturen und Fotografien, Kunstmuseum Stuttgart
Galerie Ihn, Seoul
Neue Arbeiten, Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart
2009 Lichtung – Schwebe, Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart
Erstaunliche Lichtung, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
Neue Arbeiten, Galerie M. Haas, Ingolstadt
2008 Pforzheim Galerie
Galerie Peter Zimmermann, Mannheim
2007 Camill Leberer: (Unterstand/Gehäuse), Kunstmuseum Heidenheim
Erstaunliche Lichtung, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
(selbst), Galerie Erhard Witzel, Wiesbaden
Gallery Ihn, Seoul
2006 Galerie Heinz Holtmann, Köln
Waßermann Galerie, München
2005 Galerie Peter Zimmermann, Mannheim
2004 Galerie Erhard Witzel, Wiesbaden
Echo – Zu den Zeichnungen von Camill Leberer, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Städtische Galerie Villa Zanders, Bergisch-Gladbach, Sprengelmuseum Hannover
2003 Museum Goch
Waßermann Galerie München
Galerie Heinz Holtmann, Köln
2002 Galerie Erhard Witzel, Wiesbaden
Dommuseum Frankfurt
2001 Galerie Beck+Priess, Berlin
Galerie Peter Zimmermann, Mannheim
Galerie Heinz Holtmann, Köln
Waßermann Galerie, München
2000 Hortus conclusus, Museum Folkwang Essen, Kunstverein Freiburg
2022 Kubus. Sparda-Kunstpreis, Kunstmuseum Stuttgart
Spieglein, Spieglein…, Kunstmuseum Heidenheim
Leberer, Langenfeld, Bach, Villa Friede, Bonn
2021 Accrochage, Galerie Fetzer, Sontheim an der Brenz
Finale – Director‘s Cut, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
Sommerzeit Galerie Fetzer, Sontheim an der Brenz
Pure Galerie Bernd A. Lausberg, Düsseldorf
Blick nach vorn – Aufbruch in die 2020er Jahre, Galerie Schlichtenmaier, Grafeneau
2020 Vorsicht Glas, Clemens-Sels-Museum, Neuss
Die Form, BcmA, Berlin
Die Illusion der Realität, Fotographische Positionen, Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart
Lust auf Farbe, Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart
2019 Leben mit Kunst – Die Sammlung Altmann, Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisch-Gladbach
Sammlung Kunsthalle Göppingen
Großes, Kunstmuseum Heidenheim
Whats up, Galerie Schlichtenmaier, Grafenau
2018 Revisted, Städtische Galerie Villingen-Schwenningen
The world is something flat, or not, Galerie Art-Off, Offenbach
Konvolution, Osthaus Museum Hagen
2017 inszenierte Denkräume, Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart
Metall – es ist nicht alles Gold, was glänzt, Kunstmuseum der Stadt Pforzheim
Bestandsprobe V, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
Homage to Modern Art, Galerie Schlichtenmaier, Grafenau
out of office, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
2016 Der Künstler und sein Ich, Staatsgalerie Stuttgart
Lost in words, Kunstraum Dreieich, Dreieich-Dreieichenhain
Vor/Nachbild, Galerie Albert Baumgarten im Morat-Institut Freiburg
FARBE bekennen, Galerie Albert Baumgarten, Freiburg
Verborgenes – Bestandsprobe III, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
2015 SCHICHTUNGEN, Schmalfuß Berlin
Schwarz auf Weiß. Highlights aus der Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt und der Stiftung für Konkrete Kunst und Design, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
Imagine – 5 Jahre Kunstraum Dreieich, Kunstraum Dreieich
Private View, Städtische Galerie Villingen-Schwenningen
2014 Einknicken oder Kante zeigen? Die Kunst der Faltung, Museum für konkrete Kunst, Ingolstadt
Konstruktive Tendenzen im Südwesten, Museum Ritter, Waldenbuch
Raw materials – vom Bauwerk ins Museum, Städtische Galerie Delmhorst
Accrochage Schloss Dätzingen, Galerie Schlichtenmaier, Grafenau
2013 SPACES, Kunstraum Alexander Bürkle, Freiburg
Accrochage, Galerie Peter Zimmermann, Mannheim
Die Kunstsammlung – Szenenwechsel – Andere Werke wieder neu gesehen, Kunsthalle Göppingen
Vielfalt statt Einfalt. 20 Jahre Artothek, Städtische Galerie Villa Zanders, Bergisch Gladbach
Bestandsprobe II – Grenzerfahrung, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
2012 Highlights II – 5 Jahre Stiftung für Konkrete Kunst und Design, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
Bis hier. 50 Jahre Kunstverein Bochum, Kunstverein Bochum
Monografie des Blaus, Galerie Schlichtenmaier, Grafenau
2011 Galerie E. Witzel, Wiesbaden
12 Künstler – 12 Wege. Ausgangspunkt Stuttgarter Kunstakademie, Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart
Ansichten VII – Transparente Bildwelten, QuadrArt, Dornbirn
2010 Metall: Werke, Museum Biedermann, Donaueschingen
Autumn Exhibition @ The Spoke Club, Lausberg Contemporary, Toronto
Farbe, Raum, Struktur, Galerie von Braunbehrens, München
Selection, Museum Biedermann, Donaueschingen
2009 Hommage an das Quadrat, Museum Ritter, Waldenbuch
Die Gegenwart der Linie, Staatliche Graphische Sammlung,München, Neue Pinakotek München
Vom Glück zu sammeln , Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Malen und Schreiben – Die Sammlung in Wort und Bild, Museum für Neue Kunst, Freiburg
2008 3. Biennale der Zeichnung, Kunstverein Eislingen
2007 Zeitzeichen im Raum, Kunstsammlung des Landkreises Esslingen
2006 Museum Goch
The quiete strikes of a night swimmer, Deutsche Botschaft, London
Shining-close in value, Broadbent Gallery, London
Foreign artists work, Mano Gallery, Seoul
2005 Illusion-Irritation, Waßermann Galerie, München
Neues aus den Ateliers, Galerie Heinz Holtmann, Köln
Vom Materiel zur Form, Galerie Schwarz, Greifswald
Square, Museum Ritter, Waldenbuch
Angekommen, Kunstmuseum Stuttgart
2004 Reflections, Galerie Grusemeyer, Gent
Zeichnungen, Kunstverein Wilhelmshöhe, Ettlingen
Neuerwerbungen zeitgenössischer Kunst, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Sammlung Weißhaupt, Museum für konkrete Kunst Ingolstadt
2003 Photo-Kunst 1852-2002, Staatsgalerie Stuttgart
Heintz’s Wonderland, Dexia-Bank Luxembourg
2002 Malerei-Malerei, Galerie Heinz Holtmann, Köln
50 Jahre Kunst in Baden-Württemberg, Museum Schloß Bonndorf
Un rapport d’oeil, Galerie mueller-roth, Stuttgart
2001 Sammlung, Werke aus der Sammlung der Kunsthalle Göppingen
2000 On Paper, Abstract, Galerie Heinz Holtmann, Köln
Transformaties, Museum Het Valkhof, Nijmegen
Neupräsentation der Sammlung, Kunstmuseum Bonn
Schenkungen, Dauerleihgaben und Neuerwerbungen, Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt

Im Zentrum des Schaffens von Camill Leberer stehen plastische Konstruktionen, die mit eigenständigen Werkgruppen aus den Bereichen Malerei, Grafik und Fotografie korrespondieren. Charakteristisch für seine Arbeiten ist das Zusammenspiel der verwendeten Materialien, das einem dialektischen Prinzip folgt: Schweres Industrieeisen trifft auf fragiles Glas, transparente Lacke auf opake Farben. Die pure Eisenfläche wirkt roh und abweisend, gestische Spuren einer Schleifmaschine verleihen ihr eine irisierende, sinnliche Wirkung.

In der Entwicklung des Werkes folgt auf eine erste Phase des experimentellen Umgangs mit unterschiedlichen Materialien und künstlerischen Ausdrucksformen wie Video, Performance und Installation ein Formfindungsprozess: Die frühen Plastiken und Zeichnungen, deren organisch-naturhafte Formen sich expressiv in den Raum entfalten, verfestigen sich gegen Ende der 1980er-Jahre zu den charakteristischen Eisen-Glas-Konstruktionen. Dabei werden die Themen Raum und Natur in den verschiedenen Medien bis heute immer wieder neu verhandelt.

Außen – Innen

Camill Leberers Großplastiken wie »Lichtung« oder »Nachbild – Lichtfaden« folgen einem spezifischen Konstruktionsprinzip, das die wesentlichen Stichworte des traditionellen raumplastischen Verständnisses aufnimmt: Volumen, Leere und Grenze. Die Werke treten als geometrische Körper in Erscheinung, die einen Innenraum bergen. Einzelne Flächen fügen sich additiv um das Rahmenskelett. Sie beschreiben die maximale körperliche Ausdehnung des Objektes und bilden gleichzeitig die stoffliche Grenze zum Außenraum.

Mundgeblasene Leuchtstoffröhren und Kabel muten wie grafische Setzungen an und konterkarieren das strenge Konstruktionsprinzip. Die Werke erinnern an moderne Architekturen aus Stahl und Glas, die eine enge Verbindung zur konstruktiven Plastik aufweisen. Unmittelbar in die Struktur des Ausstellungsraumes eingebunden, konfrontieren sie die Betrachtenden mit ihrer Präsenz. Der Raum wird zum Ereignisraum, in dem sich Werk und Besuchende begegnen.

Haut

Das Motiv der Grenze stellt innerhalb der Werkstruktur ein wesentliches Element dar und wird von Leberer immer wieder über den materialen Bestand neu dekliniert. Während massives Eisen das Moment der Abgrenzung befördert, das Innere hermetisch verbirgt, wirkt die Transparenz und Fragilität des Glases seiner trennenden Funktion entgegen, wie z.B. bei »Glashaut 2«. Das einfallende Licht bricht sich im farbigen Glas und verströmt sich im Innenraum. Gleichzeitig dringt künstliches Licht aus dem Inneren nach außen. Dieser osmotische Austausch, der als kommunikativer Akt verstanden werden kann, lässt an Funktionsweisen der menschlichen Haut denken. In »Haut – Körper« greift der Künstler das Thema des Berührens auf. Die grafischen Blätter zeigen Fruchtstände und Pflanzen, die Hautirritationen auslösen.

Ambivalenter Raum

Das komplexe Bezugssystem der frei im Raum stehendenden Arbeiten schreibt sich auch in die anderen Werkgruppen ein. Bei den Fotografien finden sich szenische Arrangements aus farbigen Gläsern, Pflanzen und Metallteilen, die dem Prinzip der Collage folgen. Daneben entstehen Detailaufnahmen realisierter Objekte, wobei die Kamera den Blick von außen nach innen richtet. Bei der mehrteiligen, dreidimensionalen Wandarbeit »Ambivalenter Raum« findet ein Perspektivwechsel statt: Das optische Raster aus bemalten Gläsern über einer Edelstahlfläche imaginiert den Blick aus einer nur gedachten Raumplastik heraus.

Was mich anschaut…

Die kleinformatigen Wandobjekte aus der Serie »Was mich anschaut« schließen an die Reihe der »Köpfe« aus einer früheren Arbeitsphase an. Das Kopfmotiv berührt ein Kernthema skulpturalen Arbeitens. Favorisiert wird eine Installation der Plastiken auf Kopfhöhe, das heißt Betrachter:in und Kunstwerk stehen sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Im Titel der Serie schwingt eine Erwartungshaltung zwischenmenschlicher Kommunikation mit. Man geht davon aus, dass der eigene Blick beim Gegenüber eine Reaktion auslöst, also den Blick erwidert.